Finn Lampson, Valentin Lobe, Knabensopran (Amahl)
Judith Thielsen, Mezzosopran (Mutter)
Svjatoslav Martynchuk, Tenor (Kaspar)
Rainer Mesecke, Bariton (Melchior)
Joachim Kruse, Bass (Balthazar)
Kantorei St. Jacobi, Vokalensemble St. Jacobi
Concertone Hamburg
Musikalische Leitung: Rudolf Kelber
Musikalische Assistenz: Daniel Zimmermann
Inszenierung: Nadine Hellriegel
Bühne und Kostüme: Prof. Heinz Gellrich
Mitwirkende
Die Handlung der Oper
Die Heiligen Drei Könige sind mit ihrem Pagen auf dem Weg nach Bethlehem. Sie kommen an Amahls Haus vorbei und klopfen an. Amahl wird von seiner Mutter aufgefordert zur Tür zu gehen. Als er versucht ihr zu erklären, dass draußen drei Könige stehen, glaubt ihm die Mutter nicht und wird wütend. Als sie schließlich selbst zur Tür geht, weicht sie zuerst erschrocken zurück und bittet dann die Drei Könige herein. Diese erhoffen sich eine Unterkunft für die Nacht. Während die Mutter in den Wald geht, um Reisig zu suchen, unterhält sich Amahl mit den Königen. Als die Mutter zurück kommt, schickt sie Amahl auf die Suche nach anderen Hirten, damit diese etwas zu essen bringen und sie die Könige würdig empfangen kann. In der Zwischenzeit bewundert sie die Gaben, die die Könige dem Christuskind bringen wollen. Es kommen die Hirten, legen ihre Gaben dar und tanzen für die Könige. Danach verabschieden sie sich, und in der Hirtenhütte bereiten sich alle auf die Nachtruhe vor.
Während die Könige schlafen, lässt das viele Gold der Mutter keine Ruhe, und sie versucht, ein Stück Gold zu stehlen. Beim Diebstahl wird sie vom Pagen ertappt, und es entsteht großer Aufruhr. König Melchior besänftigt die Situation und sagt der Mutter, sie möge das Gold behalten. Diese jedoch, gerührt von der Geschichte des Jesuskinds, will das Gold nicht mehr. Da bietet Amahl an, dem unbekannten Kind seine Krücke zu schenken. Als er sie den Königen überreicht, geschieht ein Wunder: Amahl kann normal gehen. Die überglückliche Mutter lässt daraufhin ihren Sohn die Könige zur Krippe begleiten.
(Dieser Text wurden z.T. zitiert nach http://de.wikipedia.org/wiki/Amahl_und_die_nächtlichen_Besucher. Er ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.)
Eine deutsche Übersetzung des Textes finden Sie übrigens hier.
Videos
http://www.youtube.com/watch?v=_03iA_QvfWw
Menotti selbst war an der Produktion beteiligt, die Weihnachten 1955 gesendet wurde.
Komposition und Uraufführung
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, ein geeignetes Sujet zu finden, ließ Menotti sich von einem Gemälde von Hieronymus Bosch inspirieren, einem Epiphanie-Triptychon, das er im Metropolitan Museum in New York gesehen hatte, und komponierte Amahl and the Night Visitors.
Kurz vor der Ausstrahlung war Menotti noch immer nicht fertig mit der Komposition und vollendetet diese erst wenige Tage vorher, sein Lebenspartner Samuel Barber stellte die Orchestrierung fertig. Obwohl die Sänger kaum Zeit gehabt hatten, ihre Partien zu lernen, liefen die Endproben einwandfrei; Arturo Toscanini sagte zu Menotti: "This is the best you've ever done."
Obwohl Amahl and the Night Visitors als Fernsehoper konzipiert war, dachte Menotti immer an eine Bühnenaufführung: "On television you're lucky if they ever repeat anything. Writing an opera is a big effort and to give it away for one performance is stupid."
Amahl and the Night Visitors wurde am 24.12.1951 auf 35 Kanälen der NBC gleichzeitig ausgestrahlt, mehr als fünf Millionen Menschen sahen die Live-Übertragung – dies war das größte Publikum, was eine Oper im Fernsehen jemals hatte.
Bis in die 60er Jahre wurde Amahl zu jedem Weihnachtsfest live im Fernsehen übertragen, bis schließlich eine Aufnahme angefertigt wurde, die noch heute alljährlich zu Weihnachten im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt wird.
Wer war Gian Carlo Menotti ?
Menottis erste vollendete Oper „Amelia Goes to the Ball“ aus dem Jahr 1937 machte ihn so bekannt, dass sie sogar an der Met in New York gespielt wurde. Daraufhin bekam Menotti von der Fernsehgesellschaft NBC den Auftrag für eine Radio-Oper, die im Jahre 1939 zum ersten Mal gespielt wurde („The Old Maid and the Thief“). Seit seinem Werk „The Medium“ (1947) ist er einer der am meisten gespielten Komponisten des späten 20. Jahrhunderts. Weitere Werke aus dieser Zeit sind u.a. „The Telephone“ (1947), „The Saint of Bleecker Street“ (1954) und „The Consul“ (1950), das als Menottis bedeutendstes Werk gesehen wird und den Pulitzer-Preis sowie den New York Drama Critics Circle Award gewann. Für all seine Opern schrieb Menotti selbst den Text, ebenso für die Oper „Vanessa“ seines Lebensgefährten Samuel Barber.
Für den NBC komponierte er 1951 „Amahl and the Night Visitors“, eine Kinderoper, die in den USA lange Zeit jedes Jahr zu Weihnachten ausgestrahlt wurde. Eine Bühnenfassung des Werkes feierte im folgenden Jahr in Bloomington Premiere.
Sechs Jahre später rief er im italienischen Ort Spoleto das Festival dei due Mondi (Festspiele zweier Welten) ins Leben, welches sich durch die Entdeckung längst vergessener Opern und neuerer Werke prämierte, später gab es das Festival auch in den USA und 1985 auch in Australien. Menotti übergab schließlich die Festivalleitung seinem Adoptivsohn Francis Menotti.
1986 fand die Uraufführung der Oper „Goya“, für Plácido Domingo komponiert, statt. 1993 wurde Menotti Direktor der Oper in Rom. Bis zu seinem Tod war Menotti als Opernregisseur tätig und inszenierte auf der ganzen Welt. Er verstarb am 01.02.2007 im Alter von 95 Jahren in Monaco.
Foto: Carl van Vechten